Luther und ora

Was haben Martin Luther und ora Kinderhilfe international gemeinsam?


Die Reformation vor 500 Jahren hatte in ihren religiösen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Auswirkungen weltgeschichtliche Bedeutung. Sie förderte die Entwicklung eines Menschenbildes, das auf einem neuen christlichen Freiheitsbegriff beruhte. Die Eigenverantwortlichkeit sowie die Gewissensentscheidung des Einzelnen rückten in den Mittelpunkt.


Hier kann ora mit seinen Werten der „Entwicklungszusammenarbeit auf Augenhöhe“ ansetzen. Die Eigenverantwortlichkeit zu stärken, zu dieser zu ermächtigen und sie zu fördern, sind Ziele, derer sich ora aus dem christlichen Glauben heraus verpflichtet hat.

Glaube

Luther: Für Luther sind Glaube und rechtfertigende Gnade ein Geschenk Gottes. Wer zu sehr mit anderen Menschen um des lieben Friedens willen Kompromisse eingeht, verletzt die Ehre Gottes. Mit der Glaubensgewissheit steht und fällt für Luther das Christentum.


ora Kinderhilfe: Der christliche Glaube ist ora Grund und Motiv Entwicklungszusammenarbeit zu leisten. Dies geschieht aus der Gewissheit heraus, dass der lebendige Glaube an Jesus, eine unverrückbare Wahrheit ist.

Toleranz

Luther: Durch seine Hassschriften gegenüber Juden ist Luthers Toleranzbegriff umstritten. Luther stand zwischen Glaubenswahrheit und Liebespflicht. Das gehörte zum Kern seines Glaubens und seiner Theologie. Er wollte, dass die Juden den Messias erkennen und wurde im Alter wütend, dass sie das nicht taten.
Er wusste aber auch: "Der Glaube will niemand zum Evangelium zwingen und dringen, sondern es einem jeden frei lassen und ihm anheim stellen. Wer da glaubet, der glaube; wer da kommt, der komme; wer da draußen bleibt, der bleibe.“

ora Kinderhilfe:
Ora Kinderhilfe begegnet Menschen mit Anerkennung, Respekt und Wertschätzung. Die Kultur des anderen lassen wir in der Zusammenarbeit stehen. Wir dulden sie nicht nur, sondern wir heißen sie gut und sehen sie als fruchtbar an. So arbeiten wir zusammen auf Augenhöhe.

Gerechtigkeit

Luther: Gerechtigkeit bedeutet für Luther nicht Gleichmacherei. Er geht nicht davon aus, dass alle alles haben: „Denn weltlich Reich kann nicht bestehen, wenn nicht Ungleichheit ist, bei den Personen (...)“.

Aber Gerechtigkeit hat für ihn auch mit Verantwortung zu tun. Fürsten sind dazu aufgerufen, gerecht, weise und ordentlich zu regieren.


ora Kinderhilfe: ora setzt sich für Gerechtigkeit dahingehend ein, als dass alle Menschen die gleichen Chancen im Leben haben: Nicht nur dein Umfeld bestimmt dich, auch das, was du kannst. Chancen zum Handeln stiftet ora mit seinen Projekten.

ora arbeitet für den gerechten Zugang zu Bildung, Nahrung und Kleidung. ora setzt sich gegen Ausbeutung und Menschenhandel ein.

Freiheit

Luther: Die Stellung des Einzelnen gegenüber der Obrigkeit ist für Luther auch eine Glaubensangelegenheit. „Es soll keine Leibeigenschaft geben, weil Christus uns alle befreit hat.“ Er war nicht gegen materielle Unterschiede, aber für die maximale Freiheit, selbst für sein Leben sorgen zu können.
Er war für die Freiheit, Religion frei und nur seinem Gott verpflichtet, auszuüben. Selbstverantwortliches Handeln, Denken und Tun nach den Maßstäben Gottes bedeutete für ihn eine gute Freiheit.


ora Kinderhilfe: „Zur Freiheit berufen“, würde ora sofort unterschreiben. D.h. nicht gefangen und determiniert durch Herkunft, Geschlecht oder Ethnie.

Menschenrechte

Luther: Luther plädiert dafür, dass alle Menschen als gleich anzusehen sind in Bezug auf Begabungen, Vernunft, Verstehen und Erkennen. Es gibt vor Gott keine Standesunterschiede, auch nicht zwischen geistlichem und weltlichem Stand. Alle Christen bleiben auf Gottes Gnade angewiesen.

Mit seinem humanistischen Menschenbild schafft er mit anderen Denkern seiner Zeit die Voraussetzungen dafür, dass jeder ein gleichrangiges Mitglied im Gemeinwesen ist. Dazu braucht es seiner Meinung nach humanistische Bildung. Jeder hat das Recht auf Anteilhabe an der Gesellschaft.

ora Kinderhilfe: ora arbeitet jeden Tag für die Umsetzung der Menschenrechte.
Wir ermöglichen Zugang zu Bildung und Arbeit. Vom christlichen Menschenbild ausgehend, dass alle Menschen gleichermaßen Gottes geliebte Geschöpfe sind und mit Geist und Vernunft begabt sind, setzt sich ora dafür an, dass das gelebter Alltag in den Communities wird.

Frieden

Luther: Luther sagt: „Das Wesentliche unseres Glaubens liegt im Frieden und in der Einmütigkeit. Diese aber könnte bestehen, wenn wir das Definieren auf das mindeste beschränken und in vielen offenen Fragen jedem sein freies Urteil lassen.“

„Wer zwei Kühe hat, der soll eine darum geben, nur dass der Friede erhalten werde. Es ist besser, eine in gutem Frieden als zwei im Krieg zu besitzen.“
(Vgl. Ermahnung zum Frieden)


ora Kinderhilfe: Glaube ist auch immer etwas kulturell Geprägtes. Es gibt Unterschiede – auch unter Christen. Deshalb leben wir dennoch in Frieden miteinander und sorgen durch unsere humanitäre Hilfe dafür, diesen zu erhalten.

Unsere humanitäre Hilfe geschieht ohne Ansehen der Person, Nationalität Religion oder des Geschlechts. Wir helfen Menschen, wenn Menschen Hilfe brauchen.

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