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Kenia – Bildung ermöglichen, Zukunft sichern

Wenn Bildung keine Selbstverständlichkeit ist

 

In Kenia besuchen zwar knapp 94% aller 4-17 jährigen Kinder die Schule, das heißt jedoch nicht, dass ihre Bildung oder ihr Lernerfolg gesichert ist. Viele Kinder kommen hungrig in den Unterricht, und können sich nicht gut konzentrieren. Andere müssen ihre Familien unterstützen, und arbeiten, anstatt zu lernen. Eine Studie aus dem Jahr 2025 zeigt, dass selbst Kinder in höheren Klassen oft grundlegende Fähigkeiten fehlen: Rund die Hälfte der Sechstklässler kann keine Mathematikaufgaben auf Grundschulniveau lösen oder einfache Geschichten auf Englisch verstehen (Foundational Literacy and Numeracy Assessment, 2025).

Unsere Projektregionen

 

Ilbisil und Osiligi

Gemeinsam mit unserem lokalen Projektpartner Village Economic Empowerment (VEE) konzentriert sich unsere Arbeit auf zwei ländlich geprägte Regionen. Zum einen arbeiten wir in Ilbisil und Osiligi. Das sind zwei Ortschaften, die etwa 120 Kilometer südlich der Hauptstadt Nairobi entfernt liegen und sich mitten im Gebiet des semi-nomadisch lebenden Hirtenvolks der Massai befinden. Die durch den Klimawandel verursachte Dürre stellt ein fundamentales und existenzbedrohendes Problem dar: Die Wasserstellen werden immer weniger, Nutztiere sind ausgezehrt und verenden. Trotz zunehmender Landwirtschaft leiden die Menschen unter Mangelernährung – ganz besonders die Kinder.

Kinari und Karangatha

Außerdem arbeiten wir gemeinsam mit VEE in den etwa 80 Kilometer nördlich von Nairobi gelegenen Dörfern Kinari und Karangatha. Hier leben viele Familien von kleinbäuerlicher Landwirtschaft – stark abhängig vom Regen und zunehmend bedroht durch anhaltende Dürreperioden. Von den wirtschaftlichen Fortschritten Kenias und dem wachsenden Tourismus merkt die Bevölkerung hier wenig. Als sogenannte Subsistenzfarmer leben die Menschen von ihren eigenen landwirtschaftlichen Erträgen. Zerstören Trockenheit oder Fluten eine ganze Ernte, rutschen die Dorfgemeinschaften in extreme Armut und leiden Hunger.

Ein Massai schleppt Wasser von der Wasserstelle. Die anhaltende Dürre macht große Teile der Region landwirtschaftlich unbrauchbar.
Massai-Männer mit einem abgemagerten Kalb. Aufgrund der Dürre werden die Viehbestände immer kleiner.

Was wir tun – Existenzen beschützen, Ernten sichern, Bildung stärken

Unser Ansatz ist langfristig und nachhaltig und folgt dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei denken wir Unterstützung immer in drei Ebenen: beim Kind, in der Familie und in der Dorfgemeinschaft. Denn ein Kind kann nur dann dauerhaft gute Entwicklungschancen haben, wenn auch sein direktes Umfeld gestärkt wird und die Gemeinschaft, in der es aufwächst, tragfähige Perspektiven entwickelt. Deshalb verbinden wir die individuelle Unterstützung von Kindern und ihrer Familien mit gezielten Maßnahmen, die das Leben im Dorf insgesamt verbessern und langfristige Entwicklung ermöglichen.

Unsere programmatischen Schwerpunkte:

  • Landwirtschaftliche Projekte werden als Einkommen schaffende Maßnahmen unterstützt. Zunehmend werden mehr Schritte der landwirtschaftlichen Wertschöpfung lokal angesiedelt, da mit verarbeiteten Produkten höhere Preise auf den regionalen Märkten erzielt werden. So wurde beispielsweise eine Kartoffelverarbeitungsfabrik inkl. Kühlraum gebaut: Statt rohen Kartoffeln können jetzt für deutlich mehr Geld Chips und andere Kartoffelprodukte verkauft werden.
  • Die Bäuerinnen und Bauern werden zudem kontinuierlich durch einen von ora finanzierten ausgebildeten Agronomen begleitet. Sie erhalten regelmäßig Trainings, beispielsweise zu Bewässerungssystemen, Diversifizierung des Anbaus oder wassersparenden Anbaumethoden.
  • Nach und nach konnten für die Dorfgemeinschaften außerdem Felder gekauft werden. Dadurch, dass sie keinen Pachtzins zahlen müssen, und über die Bepflanzung der Felder frei entscheiden können, wurden die Ernteerträge und Einnahmen erhöht. Außerdem bedeutet der Eigenbesitz für die Bäuerinnen und Bauern Planbarkeit und Sicherheit.
  • In den von uns initiierten Spargruppen organisieren sich besonders Frauen. Gezielte Anschubfinanzierungen ermöglichen den Gruppen Investitionen in Geschäftsideen sowie in Landwirtschaft und Viehzucht. Wo möglich arbeiten wir mit lokalen Strukturen. Die Mikrokredite werden daher von der kenianischen Mikrokreditbank „Lengo Sacco“ vergeben. Wir kommen für die Registrierung und Trainings auf. Durch gemeinsames Sparen, Wirtschaften und Mikrokredite werden die Gemeinschaften so resilienter und solidarischer.
  • WASH-Initiativen (Wasser, sanitäre Einrichtungen, Hygiene): Regelmäßige Trainings und medizinische Checks verbessern die Gesundheit sowie das Wissen über Präventionsmaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten auf Seiten der Kinder und Familien.
  • Seit 2022 unterstützen wir als ora Kinderhilfe außerdem die Grundschule in Osiligi. Wichtige Meilensteine unserer Unterstützung sind die Einführung eines Schulessens für alle Schulkinder, der Bau von Schultoiletten, die Zahlung von monatlichen Gehältern für das Lehrpersonal sowie der Bau weiterer Klassenzimmer.
Kartoffelfabrik

Das Patenschaftsprogramm in Kenia

Durch einen regelmäßigen und planbaren Spendenbetrag können wir langfristig denken und gezielte Investitionen tätigen. Zuallererst garantiert das Patenschaftsprogramm ganz grundlegende Bedürfnisse:

  • Bildung: Alle Patenkinder können bis zum Abschluss der Sekundarstufe zur Schule gehen. Schulgebühren, Lernmaterialien und Schulkleidung werden finanziert. Neue Klassenräume, Bibliotheken und Unterkünfte für das Lehrpersonal verbessern das Lernumfeld nachhaltig.
  • Gesundheit: Die wenigsten Familien können es sich leisten, zum Arzt zu gehen. Im Rahmen des Patenschaftsprogramms erhalten alle Kinder eine Krankenversicherung, die zusätzlich auch für ihre Geschwister gilt. Die Kosten für Arztbesuche sind damit finanziert.
  • Ernährung: Durch das Schulessen, Einkommen schaffende Maßnahmen in der Landwirtschaft sowie Unterstützung mit Grundnahrungsmitteln oder Saatgut können Patenkinder und ihre Familien gut ernährt und resilienter durchs Leben gehen.
Eine Grundschulklasse in Osiligi

Im Patenschaftsprogramm unterstützen wir mittlerweile über 400 Kinder und ihre Geschwister und Eltern, sowie weitere 300+ Kinder mittels des Schulessens und dem Schulbesuch. Die kontinuierliche Unterstützung seit nunmehr elf Jahren zeigt Wirkung: 

  • Immer mehr Kinder besuchen regelmäßig die Schule und zeigen bessere Lernerfolge. 
  • Die Ernährungslage ist stabiler, und gefüllte Mägen sorgen dafür, dass sich die Kinder in der Schule auf das Lernen konzentrieren können. 
  • Einkommen schaffende Maßnahmen sowie die Gründung der Spargruppen haben dafür gesorgt, dass viele Familien ein eigenes Einkommen erwirtschaften und sich teilweise selbst an den Schulkosten beteiligen. Im Sinne unseres Ansatzes der Hilfe zur Selbsthilfe ist das ein wichtiges und positives Zeichen: Die Eltern verstehen den Wert von Bildung für ihre Kinder, und können und wollen dazu beitragen.  
  • Die Dorfgemeinschaften sind deutlich gesünder, und Krankheiten, Verletzungen oder Arbeitsunfälle können dank der aufgebauten Sicherheitsnetze (zum Beispiel Krankenversicherung oder Spargruppen) besser aufgefangen werden. 

Jetzt aktiv werden – So kannst du helfen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, unsere Projektarbeit in Kenia und die Kinder zu unterstützen. Patenschaften sind eine besonders nachhaltige Form der Unterstützung: Durch deine regelmäßige Spende können unsere Projektpartner verlässlich planen und Projekte langfristig aufbauen. Denn nur mit planbaren Einnahmen lassen sich stabile Strukturen schaffen und dauerhaft finanzieren. Genau darin liegt die große Stärke einer Dauerspende im Vergleich zur Einzelspende.

Eine Patenschaft unterstützt dabei nicht nur ein einzelnes Kind, sondern auch dessen Familie und Umfeld. So wird sichergestellt, dass dein Patenkind und seine Geschwister gut ernährt sind, die Schule besuchen und im Krankheitsfall medizinisch versorgt werden können.

Auch Einzelspenden sind wichtig: Sie helfen akute Bedarfe zu decken. Durch den engen Austausch mit unserem Projektpartner Village Economic Empowerment erfahren wir schnell, was vor Ort fehlt. Mit deiner Einzelspende können wir unbürokratisch und direkt helfen, wenn die Not besonders groß ist.


Unser Partner vor Ort

 

Unser lokaler Partner Village Economic Empowerment wurde 2012 von Elvis Mutahi gegründet und ist seit 2015 Projektpartner von ora Kinderhilfe. VEE ist eine registrierte Nichtregierungsorganisation (NGO) und verfolgt das Ziel, marginalisierte und vulnerable Communities in Kenia ganzheitlich zu stärken. Diesem Ziel bleibt Elvis bis heute sehr verbunden:

„Die Bedarfe der Dorfgemeinschaften rangieren zwischen öffentlicher Gesundheit, Bildung und Infrastrukturausbau. In einem kollaborativen Ansatz finden wir gemeinsam mit den Communities Lösungen. Empowerment wird bei uns ganzheitlich und selbsterhaltend gedacht. So entstehen echte Innovationen, die zu wirtschaftlichem und nachhaltigem Wachstum führen.“

Notre service :

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