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Ghana – Starke Jugend, starke Zukunft

Gesund aufwachsen und selbstbestimmt leben

Ghana hat in den vergangenen Jahrzehnten bedeutende wirtschaftliche und gesellschaftliche Fortschritte erzielt. Doch nicht alle Menschen profitieren von dieser Entwicklung. Vor allem in ländlichen Regionen erschweren Armut, unzureichende Infrastruktur und der begrenzte Zugang zu Gesundheits- und Bildungsangeboten vielen Familien den Alltag. Besonders Jugendliche werden mit ihren gesundheitlichen Bedürfnissen häufig nicht ausreichend wahrgenommen. Vielen fehlen verlässliche und altersgerechte Informationen über sexuelle und reproduktive Gesundheit, Ernährung, Hygiene und psychisches Wohlbefinden. Gesundheitseinrichtungen sind für sie oft schwer erreichbar oder nicht darauf vorbereitet, Jugendliche vertraulich, respektvoll und ohne Vorurteile zu beraten. Mädchen sind von diesen Herausforderungen besonders betroffen. Teenagerschwangerschaften, frühe Eheschließungen, unzureichende Menstruationshygiene und geschlechtsspezifische Benachteiligung führen mitunter dazu, dass sie die Schule abbrechen und kaum Möglichkeiten haben, ihr weiteres Leben selbstbestimmt zu gestalten. 

Unsere Projektregion in Ghana

Gemeinsam mit unserem lokalen Partner The Hunger Project Ghana arbeiten wir in 34 ländlichen Dorfgemeinden in der Eastern Region. Die Projektstandorte befinden sich in der Nähe von drei Epizentren: das Anyansu-Epicenter im Asuogyaman-Distrikt, das Abehenease-Epicenter im Kwaebibirem-Distrikt und das Supriso-Epicenter im Upper West Akim-Distrikt. Ein Epicenter verbindet mehrere benachbarte Dorfgemeinden. Es ist sowohl ein gemeinschaftlicher Entwicklungsansatz als auch ein konkreter Ort, an dem die Menschen zusammenkommen, Entscheidungen treffen und wichtige Angebote nutzen.  Zu einem solchen Zentrum gehören beispielsweise ein Gesundheitszentrum, Versammlungsräume und weitere gemeinschaftlich verwaltete Einrichtungen. Die Familien in den Projektregionen leben überwiegend von kleinbäuerlicher Landwirtschaft, Fischerei, der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse oder Kleinhandel. Viele Gemeinden sind nur unzureichend an grundlegende Gesundheits-, Wasser- und Sanitärangebote angebunden. Gleichzeitig gibt es vor Ort starke Gemeinschaftsstrukturen und Menschen, die sich ehrenamtlich für die Entwicklung ihrer Dörfer engagieren. 

Unser Projekt in Ghana

Von November 2025 bis Oktober 2027 stärken wir mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Gesundheit und Selbstbestimmung von Jugendlichen im Alter von 10 bis 19 Jahren. Im Verlauf des Projekts werden mindestens 3.000 Jugendliche erreicht, wovon knapp 60% Mädchen sind. Die Angebote richten sich sowohl an Schülerinnen und Schüler als auch an Jugendliche, die keine Schule besuchen. Jugendliche mit Behinderungen und besonderen Unterstützungsbedarfen sind ebenfalls einbezogen. Unser Ansatz verbindet Aufklärung mit einer dauerhaften Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung. Denn Wissen allein reicht nicht aus, wenn Jugendliche keine sicheren Beratungsstellen, geeigneten sanitären Einrichtungen oder vertrauenswürdigen Ansprechpersonen haben. 

Ein Vortrag einer Schülerin zum Thema Menstruationshygiene für die anderen Schülerinnen.

Wissen schützt und stärkt

In Schulen und Gemeinden entstehen Jugendclubs, in denen sich junge Menschen informieren, austauschen und gegenseitig unterstützen.  Ausgewählte Schülerinnen und Schüler werden zu Peer-Leadern ausgebildet und geben ihr Wissen an Gleichaltrige weiter. Die Jugendlichen beschäftigen sich unter anderem mit folgenden Themen: 

  • sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte  
  • Prävention von Teenagerschwangerschaften und frühen Eheschließungen  
  • Familienplanung und Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen  
  • Menstruationsgesundheit und Körperhygiene  
  • psychische Gesundheit, Depressionen und soziale Belastungen  
  • Schutz vor häuslicher und sexualisierter Gewalt  
  • Risiken von Alkohol- und Drogenkonsum  
  • Kinderrechte, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung  

 

Lehrkräfte und Gemeindefreiwillige werden geschult, damit sie Jugendliche kompetent begleiten, erste Beratung anbieten und bei gesundheitlichen Problemen an geeignete Gesundheitseinrichtungen weitervermitteln können. Auch Eltern, Familien sowie traditionelle und religiöse Führungspersonen werden einbezogen. Sie haben großen Einfluss auf gesellschaftliche Einstellungen und sollen dazu beitragen, schädliche Normen und Tabus abzubauen. Ergänzende Radiosendungen bringen Informationen über Jugendgesundheit und Kinderrechte zu Menschen, die nicht unmittelbar an den Schulungen teilnehmen können. 

Mehrere Vorbereitungstreffen mit den wichtigsten Führungspersonen sorgten für große Teilhabe innerhalb des Projekts.

Jugendfreundliche Gesundheitsversorgung

Viele Jugendliche meiden ein Gesundheitszentrum, weil sie Angst haben, verurteilt zu werden, oder weil vertrauliche Gespräche dort kaum möglich sind. Deshalb werden Gesundheitsfachkräfte darin weitergebildet, Jugendliche respektvoll, diskriminierungsfrei und altersgerecht zu beraten und zu behandeln. In drei bestehenden Gesundheitszentren richten wir zudem eigene Jugendbereiche ein. Diese geschützten Räume bieten den Teenagern die notwendige Privatsphäre für Beratungsgespräche. Sie werden mit Informationsmaterialien, Computern, Bildschirmen und weiteren altersgerechten Angeboten ausgestattet. Zusätzlich erhalten die Gesundheitszentren wichtige grundlegende Geräte, beispielsweise für Blutdruckmessungen, Untersuchungen und die Erkennung von Blutarmut. Eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und lokalen Gesundheitseinrichtungen sorgt dafür, dass Jugendliche bei Bedarf schnell und unkompliziert weitervermittelt werden können. 

Schülerinnen in Darmang nach einem Kurs zur Mentruationshygiene.

Sauberes Wasser, Hygiene und gesunde Ernährung

Gesundheit beginnt bei sauberem Wasser, sicheren Toiletten und einer ausgewogenen Ernährung. Deshalb vermitteln Gesundheitsfachkräfte und Gemeindefreiwillige praktische Kenntnisse zu Händewaschen, Menstruationshygiene, Krankheitsprävention und nährstoffreicher Ernährung. 

Bei gemeinsamen Kochkursen lernen Jugendliche und Familien, wie sich ausgewogene Mahlzeiten aus regional verfügbaren Lebensmitteln zubereiten lassen. Dabei geht es nicht nur um die Auswahl geeigneter Lebensmittel, sondern auch um Zubereitungsmethoden, bei denen möglichst viele Nährstoffe erhalten bleiben.  An drei Schulen werden zudem neue Sanitäranlagen errichtet. Die Toiletten werden nach Mädchen und Jungen getrennt sowie barrierearm gestaltet und mit Möglichkeiten zum Händewaschen sowie geschützten Umkleidebereichen für Mädchen ausgestattet. Bohrbrunnen, solarbetriebene Wasserpumpen und Wassertanks gewährleisten eine zuverlässige Wasserversorgung. 

So verbessern wir nicht nur die hygienischen Bedingungen an den Schulen. Wir schaffen auch die wichtige Voraussetzung dafür, dass Mädchen während ihrer Menstruation regelmäßig am Unterricht teilnehmen können. 

Gemeinsam lernen die Schülerinnen und Schüler gesund zu kochen.

Gemeinsam Veränderungen verankern

Damit die Verbesserungen langfristig bestehen bleiben, arbeiten wir eng mit dem Ghana Health Service, dem Ghana Education Service, den zuständigen Bezirksverwaltungen, Schulen und Gemeindegremien zusammen. Die geschulten Gesundheitsfachkräfte sind bereits Teil des staatlichen Gesundheitssystems und bleiben auch nach Abschluss des Projekts in den Gemeinden tätig. Lehrkräfte begleiten die Jugendclubs innerhalb der bestehenden Schulstrukturen weiter. Gemeindekomitees übernehmen Verantwortung für die Wartung der neuen Anlagen und medizinischen Geräte. Auf diese Weise verbleiben Wissen, Ausstattung und Verantwortung vor Ort. Dazu kommt, dass die Jugendlichen nicht nur als Empfängerinnen und Empfänger betrachtet werden, sondern zum Mitmachen ermutigt werden. Sie werden darin gestärkt, ihre Rechte wahrzunehmen, guttuende Entscheidungen zu treffen und selbst zu positiven Veränderungen in ihren Familien und Gemeinden beizutragen. 

Jetzt aktiv werden – So kannst du helfen

In Ghana führen wir derzeit kein Patenschaftsprogramm durch. Unsere Unterstützung konzentriert sich auf das gemeinsame, zeitlich begrenzte Entwicklungsprojekt und stärkt nicht nur einzelne Kinder, sondern die gesundheitlichen Strukturen in ganzen Gemeinden. Mit deiner Spende unterstützt du Aufklärungsangebote, Schulungen, Jugendclubs, medizinische Ausstattung sowie den Bau sicherer Wasser- und Sanitäranlagen.  So erhalten Jugendliche die Chance, gesund aufzuwachsen, informierte Entscheidungen zu treffen und ihre Zukunft selbstbestimmt zu gestalten. Deine Spende stärkt Jugendliche und ganze Gemeinschaften in Ghana. 

Unser Partner vor Ort

The Hunger Project Ghana wurde 1989 als gemeinnützige ghanaische Organisation gegründet. Die Vision unseres Partners ist eine Welt ohne Hunger und Armut. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Überzeugung, dass Menschen selbst die wichtigsten Akteurinnen und Akteure ihrer Entwicklung sind. Mit seiner “Epicenter-Strategie” bringt The Hunger Project Ghana mehrere Dorfgemeinschaften zusammen, mobilisiert lokale Ressourcen und stärkt insbesondere Frauen und Mädchen. Die Gemeinden arbeiten gemeinsam an Lösungen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Landwirtschaft, Wasserversorgung, Hygiene und wirtschaftliche Entwicklung. The Hunger Project Ghana ist in zahlreichen Distrikten des Landes aktiv und arbeitet mit einem großen Netzwerk aus geschulten Gemeindefreiwilligen sowie staatlichen Stellen zusammen. Für das Jugendgesundheitsprojekt kooperieren ora Kinderhilfe und The Hunger Project Ghana erstmals direkt miteinander.  

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