Leben in Ruanda

Ruanda ist das am dichtesten besiedelte Land Afrikas. Auf einer Fläche kleiner als Brandenburg leben mehr als zehn Millionen Menschen. Im Jahr 1994 fand hier einer der blutigsten Völkermorde des 20. Jahrhunderts statt - eine Million Kinder, Frauen und Männer wurden getötet. Die Folgen des grausamen Genozids sind bis heute allgegenwärtig in dem kleinen zentralafrikanischen Staat. Zwar herrscht nun Frieden und die Verhältnisse sind einigermaßen stabil, doch die Probleme sind unübersehbar.

Land der Witwen und Waisen

Ruanda zählt aktuell zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Lebenserwartung liegt bei nur 58 Jahren. Völkermord und AIDS haben viele Frauen als Witwen und Kinder als Waisen zurückgelassen. Fast 45 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Gut ein Drittel ist unterernährt, obwohl neun von zehn Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt sind. Jedes zehnte Kind stirbt vor seinem fünften Geburtstag. Neben Armut und Unterernährung belasten weit verbreitete Infektionskrankheiten, vor allem AIDS, die Bevölkerung. Viele Frauen sind nach Vergewaltigungen infiziert, die sie während des Genozids durchleiden mussten. Misshandlungen waren damals Teil der Strategie der Kämpfer. Die Opfer leiden bis heute, viele sind von den Erlebnissen schwer traumatisiert.

Projektarbeit

Gemeinsam mit der ruandischen Organisation „Solace Ministries“ hilft ora den Menschen in drei Orten östlich der Hauptstadt Kigali: Kabuga, Nyagasambu und Bicumbi. Hier haben sich aus Witwen und Waisen neue Familien gebildet. Die Familien werden durch ein landwirtschaftliches Anbauprojekt darin unterstützt, ihren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften. Viele Frauen und Kinder erhalten psychologische Hilfe, um die traumatischen Erfahrungen des Völkermordes zu verarbeiten. Den Kindern wird der Schulbesuch ermöglicht und sie werden krankenversichert. Gesunde Lebensmittel werden vor Ort in den ora-Landwirtschaftsprojekten angebaut. So entstehen neue Einkommen für die Familien. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe, die unabhängiger macht von äußeren Zuwendungen.

Patenschaftsprogramm

2006 startete ora das Patenschaftsprogramm in Kabuga, welches schrittweise auch in Bicumbi und Nyagasambu eingeführt wurde. Der Patenschaftsbeitrag wird gemäß dem Ansatz des „child focused development“ verwendet: Kinder stehen im Mittelpunkt, doch auch ihr Umfeld wird berücksichtigt und gefördert. Ein Teil der Mittel kommt direkt dem Patenkind zugute und sichert seine Grundversorgung. Darüber hinaus profitieren die Familie und die nähere Umgebung der Kinder vor allem durch die Landwirtschaftsprojekte, die aus dem Programm mitfinanziert werden. Das Programm der ora Kinderhilfe versorgt sie mit ausreichend gesunden Lebensmitteln, Kleidung und Schuhen. Um den Kreislauf der Armut zu durchbrechen, sichert ora allen Patenkindern den Zugang zu Bildung, indem Gebühren, Schulmaterial und Schulkleidung aus Mitteln des Patenschaftsprogramms finanziert werden. Derzeit haben wir ca. 445 Kinder in unserem Patenschaftsprogramm.

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